Mangelberufe in Luxemburg: ADEM veröffentlicht ihre Liste für 2026
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Mangelberufe in Luxemburg: ADEM veröffentlicht ihre Liste für 2026

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Das Redaktionsteam
Die ADEM hat soeben ihre jährliche Liste der stark knappen Berufe für 2026 veröffentlicht, die nun 20 Berufe umfasst, gegenüber 22 im Vorjahr. Die Bereiche Bauwesen, Industrie und Instandhaltung wurden hinzugefügt, während mehrere Funktionen im Bereich der Unternehmensunterstützung gestrichen wurden, was die sich ständig verändernde Landschaft der Arbeitsmarktbelastungen verdeutlicht.
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Die Liste für 2026 identifiziert 20 Berufe, in denen in Luxemburg ein akuter Mangel herrscht, gegenüber 22 im Jahr 2025, 24 im Jahr 2024 und 30 im Jahr 2023.

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In diesem Jahr wurden drei neue Sektoren in die Liste aufgenommen, darunter das Baugewerbe und die industrielle Instandhaltung, während fünf Berufe, darunter Buchhalter und Controlling-Mitarbeiter, aus der Liste gestrichen wurden.

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Arbeitgeber mit offenen Stellen in diesen 20 Berufen profitieren von vereinfachten und beschleunigten Verfahren zur Einstellung von Drittstaatsangehörigen, wobei eine Arbeitsgenehmigung für ausländische Arbeitskräfte innerhalb von fünf Werktagen ausgestellt wird.

Die jährlich im ersten Quartal auf der Grundlage von Daten des Vorjahres veröffentlichte Liste der Berufe mit akutem Fachkräftemangel dient als wichtiger Gradmesser für den luxemburgischen Arbeitsmarkt.

Sie basiert auf drei objektiven Indikatoren: der Anzahl der bei der ADEM gemeldeten offenen Stellen, der Anzahl der für denselben Beruf registrierten Arbeitssuchenden und der Anzahl der gemeldeten offenen Stellen, für die kein passender Kandidat mit dem erforderlichen Profil gefunden werden konnte.

Eine schrumpfende Liste, anhaltender Druck

Die Liste für 2026 identifiziert die Berufe und deren Unterkategorien, die bei Personalvermittlern stark nachgefragt sind und für die über die ADEM nur sehr wenige Kandidaten zur Verfügung stehen. Ihre schrittweise Reduzierung von 30 Berufen im Jahr 2023 auf 20 im Jahr 2026 spiegelt keine Normalisierung des Arbeitsmarktes wider, sondern vielmehr eine teilweise Neugewichtung in bestimmten Sektoren, in denen sich das Angebot an Bewerbern leicht verbessert hat, ohne jedoch die strukturelle Lücke zu schließen.

Fünf Berufe werden von der Liste gestrichen: Flugzeugmechaniker und Eisenbahnverkehrsleiter sowie drei Berufe im Bereich der Unternehmensunterstützung, nämlich Buchhalter, Controlling-Mitarbeiter und Tätigkeiten in der Organisations- und Unternehmensberatung. Die ADEM stellt fest, dass diese fünf Berufe zwar weiterhin unter Druck stehen, das Ungleichgewicht zwischen Bewerbern und offenen Stellen im Jahr 2025 jedoch nicht mehr ausreicht, um die Kriterien für die Kategorie „schwerwiegender Mangel“ zu erfüllen.

Die Streichung von der Liste bedeutet daher nicht, dass der Mangel behoben wurde, sondern dass die Schwere des Ungleichgewichts unter die gesetzlichen Schwellenwerte gefallen ist.

Diese allgemeine Situation gibt jedoch weiterhin Anlass zur Sorge: Zum 28. Februar 2026 waren bei der ADEM 21.038 arbeitssuchende Einwohner gemeldet, was einem Anstieg um 1.578 Personen gegenüber Februar 2025 entspricht und einen Anstieg von 8,1 % im Jahresvergleich darstellt.

Drei Sektoren sind erstmals in der Liste enthalten

Im Vergleich zur Liste des Vorjahres wurden neue Berufe hinzugefügt, insbesondere im Bausektor und genauer gesagt bei den Ausbauarbeiten mit der Montage und Sanierung von Dächern, in der Industrie bei der Betriebsführung und der industriellen Qualitätssicherung sowie im Bereich Installation und Wartung bei der Montage und Wartung von Industrie- und Betriebsanlagen.

Diese drei Neuzugänge verdeutlichen eine Diversifizierung des Arbeitskräftemangels, der sich nun über die traditionell von Engpässen betroffenen Sektoren wie Finanzen oder IT hinaus ausdehnt. Die Aufnahme von Dachdeckern und Fachkräften für Ausbauarbeiten in die Liste spiegelt die anhaltenden Schwierigkeiten des Bausektors wider, qualifizierte Kandidaten für anspruchsvolle handwerkliche Berufe zu gewinnen und zu halten.

Die Aufnahme von industriellem Qualitätsmanagement und -technik spiegelt hingegen den wachsenden Bedarf der Unternehmen in Bezug auf Compliance, Zertifizierung und kontinuierliche Verbesserung wider, vor dem Hintergrund immer strengerer industrieller und ökologischer Standards.

Was die Techniker betrifft, die auf die Installation und Wartung von Industrieanlagen spezialisiert sind, so spiegelt ihr Mangel den Druck wider, unter dem die gesamte Industriestruktur des Großherzogtums steht, die mit einer alternden technischen Belegschaft und einer wachsenden Nachfrage nach Spezialisierung konfrontiert ist.

Berufe, bei denen seit jeher ein Mangel herrscht, nehmen auf der Liste für 2026 weiterhin einen prominenten Platz ein. IT-Berufe gehören nach wie vor zu den am schwersten zu besetzenden. Auch der Gesundheits- und Sozialbereich ist weiterhin mit mehreren Einträgen vertreten, insbesondere in den Bereichen Krankenpflege, Pflegehelfer, Erzieher und Sozialarbeiter. Der Finanzsektor ist weiterhin durch Stellen in den Bereichen Kredit- und Bankrisikobewertung, Bankkundenmanagement und Finanzengineering vertreten.

Ein strategisches Instrument für Personalvermittler und die Ausbildungspolitik

Die Liste der Berufe mit akutem Fachkräftemangel hat konkrete und unmittelbare Auswirkungen auf die Einstellungsverfahren luxemburgischer Unternehmen. Für Stellen, die einem der 20 aufgeführten Berufe entsprechen, kann der Arbeitgeber den Antrag auf eine „Auslandsarbeitsgenehmigung“ direkt bei der Meldung der offenen Stelle bei der ADEM oder später während der gesamten Gültigkeitsdauer der Stellenausschreibung einreichen.

Entspricht die ausgeschriebene Stelle einem Beruf auf der Liste, wird die Genehmigung innerhalb von fünf Werktagen nach Eingangsbestätigung ausgestellt. Dieser Mechanismus bietet Personalabteilungen, die mit oft langwierigen und komplexen internationalen Rekrutierungsprozessen konfrontiert sind, einen erheblichen operativen Vorteil.

Die Veröffentlichung der Liste der Berufe mit akutem Fachkräftemangel für 2026 durch die ADEM bestätigt, dass die Spannungen auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt, obwohl sie sich hinsichtlich der Anzahl der betroffenen Berufe leicht entspannen, in so unterschiedlichen Sektoren wie IT, Gesundheitswesen, Finanzwesen, Sozialwesen und nun auch Bauwesen und Industrie strukturell verankert bleiben.

Für Personalverantwortliche und Arbeitgeber im Großherzogtum dient diese Liste als unverzichtbarer Leitfaden, sowohl zur Ausrichtung internationaler Rekrutierungsstrategien als auch zur Vorwegnahme des Weiterbildungsbedarfs bestehender Teams.

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