Kann sich Luxemburg am Schweizer Modell orientieren, um die Wohnungskrise zu bewältigen?
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Kann sich Luxemburg am Schweizer Modell orientieren, um die Wohnungskrise zu bewältigen?

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Das Redaktionsteam
Die Schweiz weist einige der höchsten Mieten Europas auf und hält dennoch einen Lebensstandard, der deutlich über dem ihrer Nachbarn liegt. Luxemburg, das ebenfalls mit einem angespannten Wohnungsmarkt konfrontiert ist, fragt sich, ob es aus diesem Schweizer Paradox lernen kann, bei dem eine hohe Beschäftigungsquote die Wohnkosten ausgleicht.
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Die Beschäftigungsquote in der Schweiz erreichte im vierten Quartal 2025 laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) 80%, gegenüber 70,3% in Luxemburg laut Eurostat-Daten, die vom EURES-Netzwerk verbreitet wurden, ein Unterschied, der teilweise erklärt, warum die Eidgenossenschaft den Druck ihrer Mieten leichter auffängt.

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Die angebotenen Mieten in Luxemburg stiegen im vierten Quartal 2025 laut STATEC im Jahresvergleich um 3,0%, ein Tempo, das nun nahe an der nationalen Inflation liegt.

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Luxemburgs Engpass liegt nicht im Umfang der verfügbaren Arbeitsplätze, sondern in der Aktivierung der ansässigen Bevölkerung, insbesondere älterer Arbeitnehmer und von Gruppen, die am Rande des Arbeitsmarkts bleiben.

Die Schweiz weist einige der höchsten Mieten Europas auf und hält dennoch einen Lebensstandard, der deutlich über dem ihrer Nachbarn liegt. Luxemburg, das ebenfalls mit einem angespannten Wohnungsmarkt konfrontiert ist, fragt sich, ob es aus diesem Schweizer Paradox lernen kann, bei dem eine hohe Beschäftigungsquote die Wohnkosten ausgleicht.

Eine sehr reale Schweizer Wohnungskrise, abgefedert durch Beschäftigung

In der Schweiz steht das Wohnen im Zentrum der öffentlichen Debatte. Mehrere von 20 Minuten befragte Haushalte geben heute weit mehr als das traditionelle Drittel ihres Einkommens für Wohnen aus, wobei manche Fälle laut der Schweizer Tageszeitung, die direkt von Mietern gesammelte Aussagen zitiert, bis zu 47% oder sogar 65% des Einkommens erreichen.

Dennoch ist laut Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) der durchschnittliche Anteil von Wohnen und Energie am Budget Schweizer Haushalte von 14,9% im Zeitraum 2012-2014 auf 14,1% im Zeitraum 2020-2021 gesunken, eine Zahl, die dem individuellen Empfinden zu widersprechen scheint, sich aber dadurch erklärt, dass ein statistischer Durchschnitt sehr unterschiedliche Situationen je nach Einkommensniveau ausgleicht.

Dieses Paradox erklärt sich größtenteils durch einen besonders dynamischen Arbeitsmarkt. Laut BFS-Daten, die von Trading Economics verbreitet wurden, lag die Beschäftigungsquote in der Schweiz im vierten Quartal 2025 bei 80%, ein Niveau, das die Last hoher Mieten auf eine deutlich breitere Basis von Erwerbstätigen verteilt. In Luxemburg stellt sich die Lage anders dar: Laut Eurostat-Daten, die vom EURES-Netzwerk verbreitet wurden, lag die Beschäftigungsquote 2023 bei 70,3%, fast zehn Punkte unter der Schweiz. Die luxemburgische Arbeitslosenquote liegt unterdessen laut der französischen Generaldirektion für Finanzen weiterhin nahe 6%, ein Niveau, das gemessen an den historischen Standards des Landes als hoch gilt.

Der luxemburgische Mietmarkt, vergleichbarer Druck, aber ein anderer Kontext

Auch der luxemburgische Immobilienmarkt steht unter erheblichem Druck. Laut der neuesten gemeinsam von der Observatoire de l'habitat und STATEC veröffentlichten Publikation "Logement en chiffres" stiegen die angebotenen Mieten für Wohnungen im vierten Quartal 2025 im Jahresvergleich um 3,0%, ein Tempo, das nun sehr nahe an der nationalen Inflation liegt, die bei 2,9% gemessen wurde. Die Mieten bei laufenden Mietverträgen steigen moderater, mit einem Anstieg von lediglich 1,4% im selben Zeitraum, was eine wachsende Kluft zwischen neuen Verträgen und bestehenden Mietverhältnissen widerspiegelt.

Anders als die Schweiz leidet Luxemburg nicht unter einem Mangel an verfügbaren Arbeitsplätzen. Das Land bleibt strukturell unterbesetzt bei bestimmten qualifizierten Profilen und ist weiterhin stark auf Grenzgänger angewiesen, um seine Stellen zu besetzen. Der Engpass liegt also nicht im Umfang des Arbeitsplatzangebots, sondern vielmehr darin, die ansässige Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter tatsächlich zu aktivieren, insbesondere ältere Arbeitnehmer und bestimmte Gruppen, die auf dem Arbeitsmarkt unterrepräsentiert sind.

Die Beschäftigungsquote der ansässigen Bevölkerung, ein noch ungenutzter HR-Hebel

Das Schweizer Beispiel zeigt, dass eine hohe Beschäftigungsquote als wirksamer Puffer gegen teures Wohnen wirkt, indem sie die Basis von Steuerzahlern und Konsumenten verbreitert, die hohe Preise tragen können. Für Luxemburg bedeutet dies, weiterhin die von Arbeitsmarktakteuren bereits identifizierten HR-Hebel zu mobilisieren, nämlich den Verbleib älterer Arbeitnehmer im Erwerbsleben, die Verringerung des Arbeitsmarkt-„Halos" um die Arbeitslosigkeit und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Gruppen, die am weitesten vom Arbeitsmarkt entfernt sind.

Dieser Gedankengang knüpft an Erkenntnisse an, die bereits von STATEC in seinen mittelfristigen Prognosen, die von L'essentiel verbreitet wurden, dokumentiert wurden. Diese Prognosen gehen für 2025 von einer Arbeitslosenquote aus, die weiterhin nahe 6% liegt, mit einem deutlichen Rückgang erst ab 2027, während das Beschäftigungswachstum schwach bleibt und größtenteils vom öffentlichen Sektor getragen wird. Eine verstärkte Aktivierung dieser Bevölkerungsgruppe könnte, wie in der Schweiz, zu einem Resilienzfaktor gegenüber dem Wohnungsdruck werden, statt lediglich eine Anpassungsgröße im Haushaltsbudget der Familien zu sein.

Bestehende HR-Instrumente, die Luxemburg besser nutzen könnte

Luxemburg verfügt bereits über eine Reihe gesetzlicher Instrumente, die von den HR-Abteilungen stärker mobilisiert werden könnten. Das Arbeitsgesetzbuch sieht insbesondere vier Hauptmechanismen zur Förderung des Verbleibs und der Einstellung älterer Arbeitnehmer vor, die von der Einstellungsförderung der ADEM für Arbeitssuchende ab 45 Jahren über die Befreiung von Arbeitgeberbeiträgen für Beschäftigte ab 57 Jahren bis hin zu einer Förderung der Arbeitsplatzanpassung von bis zu 20.000 Euro reichen. Die Erwerbsquote der über 55-Jährigen ist laut STATEC von 45,5% im Jahr 2005 auf 55,4% im Jahr 2025 gestiegen, ein Trend, der im europäischen Vergleich noch unzureichend ist, aber den vorhandenen Verbesserungsspielraum zeigt.

Über die älteren Arbeitnehmer hinaus bietet die ADEM auch Aktivierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose an, mit einer schrittweisen Erstattung der Lohnkosten, die im ersten Beschäftigungsjahr bis zu 100% erreichen kann. Für die luxemburgischen HR-Abteilungen liegt die Herausforderung also weniger darin, neue Instrumente zu schaffen, als vielmehr darin, die bereits bestehenden besser bekannt zu machen und zu nutzen, indem die Aktivierung arbeitsmarktferner Gruppen als strategischer Hebel behandelt wird, gleichrangig mit der internationalen Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte.

Der Vergleich mit der Schweiz, eher als ein Punkt-für-Punkt-Abgleich, lädt dazu ein, die luxemburgische Wohnungsherausforderung ebenso als Beschäftigungsfrage wie als Frage des Wohnungsangebots neu zu betrachten. Eine Erhöhung der Beschäftigungsquote der ansässigen Bevölkerung würde, parallel zu den bereits laufenden Bemühungen im Bereich Bau und Mietregulierung, dazu beitragen, die Last der Wohnkosten auf eine breitere wirtschaftliche Basis zu verteilen, nach dem Vorbild des Schweizer Modells.

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