
Perimenopause und Menopause können bereits Ende dreißig beginnen. Sie wirken sich unmittelbar auf die Arbeitsfähigkeit aus, eine Realität, die mitunter wenig bekannt ist.
Fehlendes Zuhören und Verständnis, sowohl im medizinischen Bereich als auch im Unternehmen, verschärfen die Schwierigkeiten, mit denen Frauen konfrontiert sind.
Für Lëtz Menopause könnten bessere Information und eine angepasste Arbeitsorganisation dazu beitragen, die Erfahrung vieler Mitarbeiterinnen zu bewahren.
„Man legt selten den Finger auf ein hormonelles Phänomen, das 100% der Frauen betrifft." Für Diane Elsen, Vizepräsidentin des Vereins Lëtz Menopause, bleibt die Menopause weiterhin wenig bekannt, auch in der Arbeitswelt.
Der im November 2025 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, sowohl Frauen als auch die breite Öffentlichkeit, einschließlich der Arbeitgeber, zu informieren. Nach Ansicht der Mitglieder ist die Menopause keine rein private Angelegenheit. Es handelt sich um eine gesellschaftliche Frage von öffentlichem Interesse.
„Bis 2022 wurde die Menopause oft auf Hitzewallungen und Gelenkschmerzen reduziert", erklärt Diane Elsen. Ihrer Ansicht nach verdeckt diese Sichtweise Symptome, die sich unmittelbar auf das Berufsleben auswirken: starke Erschöpfung, Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit.
Sie weist zudem auf einen wichtigen Unterschied hin. Die Perimenopause, eine Phase hormoneller Schwankungen, kann bereits Ende dreißig beginnen und mehrere Jahre andauern, bevor die eigentliche Menopause eintritt, die dem endgültigen Ausbleiben der Periode entspricht. „Man bewegt sich auf einen neuen Körper zu. Viele Frauen erkennen sich selbst nicht mehr wieder und verlieren das Vertrauen in ihre Fähigkeiten."

Caroline Lentz, ehrenamtlich bei Lëtz Menopause tätig, erlebte diese Veränderungen nach der Entfernung ihrer Eierstöcke im Alter von 45 Jahren. Dieser Eingriff folgte auf eine Endometriose. „Angstzustände, Depressionen und Energielosigkeit betrafen mich unmittelbar. Ich konnte eine verantwortungsvolle Position nicht mehr bewältigen." Als Beamtin zog sie sich schließlich vorübergehend aus dem Berufsleben zurück, um sich zu erholen.
Im Alltag äußerten sich die Symptome bei dieser Personalverantwortlichen in völlig neuen Situationen. „Mein Gehirn konnte die Anhäufung nicht mehr bewältigen. Während Besprechungen stieg die Angst zusammen mit Hitzewellen an. Ich musste hinausgehen, um mir kaltes Wasser auf die Arme zu geben. Früher hätte ich das ohne Schwierigkeiten gemeistert."
Diane Elsen beschreibt ebenfalls eine körperliche und kognitive Erschöpfung, die selbst einen gewöhnlichen Arbeitstag zu einer Herausforderung macht. „Schon um 8 Uhr morgens anzukommen, kostet viel Energie. Die Arbeitsbelastung ändert sich nicht unbedingt, wohl aber die Art, wie wir mit Stress umgehen." Sie beschreibt auch Konzentrationsaussetzer, die mitten in einer Besprechung oder gerade dann auftreten können, wenn sie das Wort ergreifen möchte.
"Ohne eine klare Botschaft der Geschäftsführung fühlt man sich seinem Arbeitgeber gegenüber irgendwann schuldig."
Über die Symptome hinaus betonen die Mitglieder des Vereins das Gefühl des Unverständnisses, dem sie in der Arbeitswelt begegnen.
Nach ihrer Operation hätte sich Caroline Lentz „echtes Zuhören und Empathie" von ihren Vorgesetzten gewünscht. Sie plädiert für eine individuellere Unterstützung, mit Anpassungen wie mehr Homeoffice oder einer vorübergehend überarbeiteten Arbeitsbelastung. „Ohne eine klare Botschaft der Geschäftsführung fühlt man sich seinem Arbeitgeber gegenüber irgendwann schuldig."
Das Problem geht über das Unternehmen hinaus. Die Mitglieder des Vereins stellen fest, dass viele Frauen von einem Arzt zum nächsten wechseln, bevor sie eine Erklärung für ihre Symptome erhalten. Laut einem Bericht des World Economic Forum erhalten nur 2 von 10 Frauen bei ihrer ersten Konsultation die richtige Menopause-Diagnose.

Für Marthe Schmit, Schriftführerin und Mitgründerin des Vereins, besteht der erste Schritt darin, sich zu informieren. Sie ermutigt Unternehmen, Ansprechpersonen auszubilden, die betroffenen Mitarbeiterinnen zuhören und sie begleiten können.
„Es wäre schade, treue Mitarbeiterinnen zu verlieren, mit all der Erfahrung, die sie sich angeeignet haben", fasst sie zusammen. Sie weist darauf hin, dass manche Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihren Job vorübergehend aufgeben, weil ihnen die Unterstützung fehlt.
Caroline Lentz ruft schließlich dazu auf, den Blick zu weiten. „Die Menopause ist, wie die Zeit nach der Geburt oder eine künstliche Befruchtung, keine reine Frauenangelegenheit. Es ist eine Frage der Gesellschaft und der Integration."
Da die Alterung der Erwerbsbevölkerung für luxemburgische Unternehmen zunehmend zu einem Thema wird, tritt die Menopause allmählich aus dem Schatten. Für die Mitglieder von Lëtz Menopause bleibt Wissen der wichtigste Hebel. Diesen Übergang zu verstehen bedeutet auch, Mitarbeiterinnen die Möglichkeit zu geben, ihre Karriere unter besseren Bedingungen fortzusetzen.